Organisationen sind – näher betrachtet – uns Menschen nicht unähnlich: Sie sind Organismen, die, solange man sie mit Nahrhaftem füttert, erstaunlich lange überleben können. Möchte man sie attraktiver machen, steckt man sie in neue Kleider; möchte man mit ihnen einen Wettkampf bestreiten, macht man sie schlank und fit; und möchte man, dass sie glücklich sind, gibt man ihnen eine sinnvolle Aufgabe!
Das kam hart an: Die Studenten bestaunten die Tabelle und tuschelten angeregt, bis eine von ihnen das Wort ergriff: „Geld ist eben nicht alles, man muss am Job auch Spaß haben!“ Anlass war eine Übersicht in einer Broschüre über Einstiegsgehälter, aufgeteilt nach Fachbereichen: Design lag abgeschlagen auf dem letzten Platz, satte 22% weniger als der nächstbeste Fachbereich…
Unternehmen richten sich auf die Zukunft: Es ist daher kaum möglich, etwas zu unternehmen, ohne sich dabei irgendwohin zu begeben. Wer sich nicht bewegen möchte, gründet am besten eine Bank. Oder arbeitet in der Verwaltung.
Als die revoltierenden Bürger von Paris die Einführung von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit forderten, hatten sie eine andere Gesellschaftsform vor Augen: Weg mit dem Establishment, dem Ancien Régime, das sich schmarotzend der Arbeitskraft der gemeinen Bevölkerung bediente, hin zu einer menschlichen und gerechteren Form des Zusammenlebens! Es sollte mehr sein als bloß ein Redesign des alten feudalen Systems: Jetzt sollten alle in den Genuss kommen!
Wenn Sie wie ich leidenschaftlich Rad fahren oder auch nur zum Brötchenholen um die Ecke, dann wissen Sie, dass an einem Fahrrad Vieles kaputt sein kann, bevor man es stehen lässt: platte Reifen, fehlende Schutzbleche, krummer Rahmen, ja sogar fehlende Sättel halten einen nicht davon ab, es weiterhin zu nutzen! Ein Bauteil hat es jedoch in sich, und wenn das versagt, ist sprichwörtlich „Schicht im Schacht“: Es ist die Kette!
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wenn ein einziger Blick genügt, um sich anschliessend Stunden mit der Verarbeitung des visuellen Eindrucks zu beschäftigen, weiss man, dass dieses Sprichwort sticht.
So geschah es mir, als ich mit 17 ein Foto in einer Zeitschrift sah, dessen Wirkung und die darauf folgende genaue Analyse mein weiteres Leben maßgeblich bestimmen würden: Es prägte nachhaltig mein Empfinden und meine Aufmerksamkeit für Sinnlichkeit und Ästhetik – und für den Radsport.
Wussten Sie mit 17 auch noch nicht, was Sie werden sollen? Nun, ich auch nicht, und gute dreißig Jahre nach mir meine Tochter auch nicht. Eigentlich kein Wunder, denn wer will schon mit 17 etwas werden, nur weil andere das wollen!
Haben Sie ordentlich Geld auf der Bank? Dann nichts wie runter damit und ab in die Aktien, denn dort gibt’s die fetten Renditen: Noch nie waren die Zeiten günstiger, denn jetzt, wo das Geld nichts mehr wert ist und die Gier der Konzernlenker ungebrochen hoch ist, kann der schlaue Anleger ordentlich seinen Schnitt machen!
Es ist ein wahres Wettrennen entstanden, wer die Welt in der einfachsten, zugleich umfassenden Art zu beschreiben vermag. Da sich unsere Aufmerksamkeitsspanne dank des Internets und Millionen von Postings pro Minute nurmehr auf einige Page Impressions pro Tag beschränkt, wird all das, was prägnant und einfach heraussticht, bevorzugt. Längere und ausschweifende Texte brauchen Zeit, die kaum noch jemand zu haben scheint. mehr…
Meine Kinder sind aus dem Gröbsten raus, denn sie wachsen nicht mehr – das heißt, nicht mehr in der Länge. Fast schon vergessen sind die Nächte, in denen wir Eltern ihre Glieder massierten, um den Schmerz in den sich ausdehnenden Knochen zu lindern. „Du möchtest doch mal so groß sein wie ich, oder?“ versuchte auch schon mein Vater, mich zu beruhigen. Wachsen tut eben weh!